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Neuer Doping-Verdacht
Ermittlungen gegen Lothar Leder
Die Deutsche Triathlon Union (DTU) hat ein Ermittlungsverfahren gegen den unter Manipulationsverdacht stehenden Triathleten Lothar Leder eingeleitet. Das Resultat einer umfassenden Vorprüfung erfordere nun ein förmliches Verfahren, teilte der Verband am Donnerstag (01.11.2007) mit.
Damit soll geklärt werden, ob Leder, bei dem eine Kontrolle vor dem Ironman Germany in Frankfurt am 1. Juli einen auffälligen Blutwert ergeben hatte, gegen die Anti-Doping-Ordnung der DTU verstoßen hat. Der 36-Jährige, der ein Vergehen immer von sich gewiesen hat, zeigte sich nicht überrascht. "Das habe ich schon lange erwartet", sagte er.
Leders Anwalt Michael Lehner sieht dem Verfahren ebenfalls gelassen entgegen. "Da kann gar nichts bei rauskommen. Wenn ich einen Fall habe, bei dem ich tausendprozentig davon überzeugt bin, dass es einen Freispruch gibt, dann ist das der Fall Lothar Leder", sagte der Jurist, der unter anderem auch die beiden Doping geständigen Radsportler Patrik Sinkewitz und Jörg Jaksche vertritt. "Eine größere Nicht-Doping-Geschichte gibt es gar nicht", sagte Lehner. Lothar Leder, Ehemann der diesjährigen Frankfurt-Gewinnerin Nicole Leder, wird sich in einer mündlichen Anhörung vor der Anti-Doping-Kommission verantworten müssen. "Das steht doch schon lang fest. Ich hätte mir gewünscht, dass das Ganze etwas schneller über die Bühne gegangen wäre", sagte Leder.
Noch keine Suspendierung Leders verhängt
Er hatte am 17. August vor dem Frankfurter Landgericht eine Einstweilige Verfügung erwirkt, die dem Veranstalter des Ironman-Triathlons Germany untersagt, Behauptungen aufzustellen, die ihn in Zusammenhang mit Doping rücken. Sein Anwalt Lehner geht davon aus, dass das Verfahren noch in diesem Jahr eingestellt wird.
Von einer Suspendierung Leders hat die Anti-Doping-Kommission der DTU unter Vorsitz von Reinhardt Wilke bisher abgesehen, "da nach dem internationalen Regelwerk ein vorläufiges Startverbot von weiteren medizinisch-wissenschaftlichen Klärungen zu den vorgelegten Gutachten abhänge", hieß es in einer DTU-Erklärung. Martin Bentele, Vize- Präsident des Verbandes, machte jedoch deutlich, dass die von der DTU eingeholten Gutachten "den Anschein erwecken, dass es einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Ordnung geben könnte". Bei dem Darmstädter Triathleten war vor dem Ironman Germany in einer freiwilligen Blutuntersuchung ein auffälliger Befund festgestellt worden, den Kurt Denk als Organisator der Frankfurter Veranstaltung öffentlich gemacht hatte.
Der fünfmalige Gewinner des traditionellen Langdistanzrennens in Roth hat die Vorwürfe stets bestritten und den auffallend niedrigen Retikulozytenwert unter anderem auf einen Herpes zurückgeführt. Der Frankfurter Rennarzt Klaus Pöttgen wies diese Theorie mit Verweis auf zwei Gutachten zurück. Leder reichte seinerseits Erklärungen von Ärzten bei der DTU ein.
Quelle: ard.de
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Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid
Alle sollen gleich behandelt werden
Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid: Von Donnerstag (15.11.07) an beraten Vertreter der größten Sportverbände, wie die Anti-Doping-Regeln vereinheitlicht werden können.
Die deutschen Spitzensportverbände fahren durchaus guten Mutes zur Konferenz in Spanien, sehen in vielen Plänen positive Veränderungen für den Sport. Einzig die vorgeschlagene "Ein-Stunden-Regel", die in Madrid verabschiedet werden soll, stößt auf Unverständnis. Athleten sollen dabei selbst festlegen dürfen, zu welcher Stunde am Tag sie von Doping-Kontrolleuren getestet werden. Experten fürchten, dass dies zu Missbrauch mit verbotenen Substanzen führen könnte, die in wenigen Stunden abbaubar sind. "Der DOSB hält die Ein-Stunden-Regel für nicht sinnvoll", erklärt Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.
Pound: "Code ist besser als 2003"
Richard Pound, Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), hat da eine andere Meinung. "Wir hätten auch zehn oder zwölf Stunden Verfügbarkeit festlegen können, nun muss ein Sportler während einer Stunde anzutreffen sein. Das ist besser als vorher", sagt der Kanadier, dessen Amtszeit am 31. Dezember endet. Zu dem neuen Codex meint Pound: "Ich bin glücklich damit. Wir haben in den vier Jahren seit Verabschiedung des ersten Welt-Anti-Doping-Codes Erfahrungen gesammelt, die nun eingeflossen sind. Der neue WADA-Code ist besser als der von 2003."
Die deutschen Spitzenverbände üben jedoch auch Kritik. Neben der "Ein-Stunden-Regel" beäugen sie die geplanten schärferen und flexibleren Sanktionsmöglichkeiten mit Sperren von bis zu vier Jahren und die Kronzeugenregelung mit Skepsis. "Der neue Anti-Doping-Code ergänzt die Gleichbehandlung durch die Einzelfallgerechtigkeit. Dies schafft einen Spielraum, der dazu führen kann, dass Sanktionen in Zukunft geringer ausfallen", erwartet Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. "Faktisch besteht die Gefahr, dass ein schwerer Verstoß zum Kavaliersdelikt wird, da man außergewöhnliche Umstände leicht finden kann."
Scheingeständnisse im Visier
Der Deutsche Skiverband hält den variablen Strafrahmen für sinnvoll. "Denn es ist ein gravierender Unterschied, ob aus Fahrlässigkeit, beispielsweise durch einen Hustensaft, eine verbotene Substanz in meinen Körper gelangt ist oder ich bewusst zur Leistungssteigerung etwas genommen habe", meint DSV-Vizepräsident Franz Steinle. Auch die Kronzeugenregelung befürwortet er prinzipiell als weiteren Baustein der Doping-Bekämpfung. "Vorausgesetzt: Es muss im Einzelfall mit Fingerspitzengefühl geprüft werden, ob die Angaben einen substanziellen Hintergrund haben oder von einem Athleten quasi damit ein Befreiungsschlag geführt wird", sagt Steinle.
Wenn ein Sportler die Aufdeckung von Doping-Verstößen Dritter unterstützt, kann seine Sperre um bis 75 Prozent vermindert werden. Eine Reduzierung um die Hälfte soll eingeräumt werden, wenn ein Athlet Doping gesteht, ehe er getestet wurde. "Für Scheingeständnisse verjährter Dopingtaten sollte es keine Vergünstigungen geben", forderte Stefan Krauß, Generalsekretär und Sportdirektor des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland.
"Sport und Staat sind gefordert, weltweit für vergleichbare Standards zu sorgen - und zwar in allen Sportarten", fordert Rudolf Scharping, Präsident des Bund Deutscher Radfahrer.
Konferenz endet am Samstag
Die Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid endet am Samstag. Im Anschluss wählt das WADA-Exekutivkomitee den Nachfolger von Richard Pound. Einziger Kandidat ist der Australier John Fahey. Die größte Herausforderung für die WADA in Zukunft ist nach Pounds Meinung, im Kampf gegen Doping nicht nachzulassen. "Es ist einfacher für eine junge Organisation, mit Enthusiasmus zu beginnen und zu sehen, wie sich etwas entwickelt", sagt er. "Nun müssen wir es besser machen: Bessere Tests, bessere Erziehung, bessere Untersuchungen."
Quelle: ard.de
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Australier John Fahey wird neuer WADA-Chef
Keine Gelegenheit für Luftsprünge
Als Anti-Doping-Kämpfer ist John Fahey bislang ein unbeschriebenes Blatt. Nun soll der ehemalige australische Finanzminister den Chefsessel der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA übernehmen. Skeptisch beäugt von den Europäern.
Es ist 14 Jahre her, dass John Fahey in Monte Carlo wie ein Flummi in die Luft hüpfte. Damals feierte der Australier als Ministerpräsident des Bundesstaates New South Wales die Vergabe der Olympischen Spiele 2000 nach Sydney. Die Bilder des enthusiastisch auf und ab springenden Politikers sind Teil der australischen Sportfolklore. Doch längst sind auch die stimmungsvollen Spiele von Sydney unter den langen Schatten geraten, der den Spitzensport ins Dunkel taucht: Doping. Vor wenigen Wochen hat Marion Jones, die Lichtgestalt bei Olympia 2000, die damals drei Gold- und zwei Bronzemedaillen umgehängt bekam, gestanden, bei ihren Erfolgen chemisch nachgeholfen zu haben.
Einziger Kandidat
Anlass zu Luftsprüngen wird John Fahey in seinem künftigen Job also eher weniger haben. Der 62-Jährige wird am Samstag (17.11.07) in Madrid zum Nachfolger des Kanadiers Richard Pound als Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gewählt und somit zum wichtigsten Anti-Doping-Kämpfer. Seine Wahl durch die 18-köpfige WADA-Exekutive gilt als sicher. Fahey ist der einzige Kandidat, nachdem der ehemalige französische Sportminister und zweifache Goldmedaillengewinner im Säbelfechten, Jean-Francois Lamour, Mitte Oktober seine Kandidatur zurückgezogen hat. Lamour ätzte bei seinem Rückzug in Richtung Fahey, mit ihm werde die WADA anfällig für den Einfluss von Lobbyisten.
Lob für China
Vor allem von den Europäern wird der designierte WADA-Chef kritisch beäugt. Sie fürchten die von Pound verfolgte harte Linie im Kampf gegen die Manipulation könnte unter Fahey aufgeweicht werden. Denn der 1945 in Wellington , Neuseeland geborene und in den fünfziger Jahren mit seinen Eltern nach Australien eingewanderte Fahey ist in Sachen Anti-Doping-Kampf ein unbeschriebenes Blatt. "Mir ist er jedenfalls im Kampf gegen Doping noch nicht aufgefallen", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, dem Berliner Tagesspiegel. Äußerungen Faheys, in denen er die Einstellung der chinesischen Regierung zum Anti-Doping-Kampf bei den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Peking lobte, haben die Skepsis in den vergangenen Wochen sogar noch verstärkt. Die drei EU-Vertreter in der WADA-Exekutive wollen deshalb erst kurz vor der Wahl in Madrid entscheiden, ob sie dem Australier ihre Stimmen geben werden oder nicht.
Fahey selbst sieht keinen Nachteil in der Tatsache, dass er ein Neuling im Kampf gegen den Sportbetrug ist, und verweist auf seine politische Erfahrung, die ihn für den Job ausreichend qualifiziere. Unterstützt wird der passionierte Rugby-Fan dabei u.a. von den USA, Australien, Neuseeland und Südafrika. Nachdem der australische Ministerpräsident John Howard und sein Sportminister George Brandis ihn vor wenigen Monaten als Kandidaten für den WADA-Chefsessel ins Rennen geschickt hatten, begann Fahey bei den Mitgliedern der Exekutive intensiv Werbung in eigener Sache zu betreiben, indem er persönlich vorsprach. Mit Erfolg: Lamour, der sich schon sicher war, die Nachfolge von Pound anzutreten, zog sich zurück. Was der scheidende WADA-Präsident mit Spott kommentierte. Er könne nicht verstehen, wie jemand beim geringsten Widerstand einbreche, erklärte Pound.
Dem Schicksal getrotzt
Das Fahey widrigen Umständen trotzen kann hat er in den vergangenen Jahren bewiesen. Für die Australier ist seine Kandidatur vor allem ein überraschendes Comeback. Im Jahr 2001 hatte sich Fahey aus gesundheitlichen Gründen mit der Diagnose Lungenkrebs vom Amt des australischen Finanzministers zurückziehen müssen. Ein Lungenflügel wurde entfernt. Die Ärzte gaben dem starken Raucher damals eine Überlebenschance von 25 Prozent. Am zweiten Weihnachtstag 2006 erschütterte den ehemaligen Politiker ein weiterer schwerer Schicksalsschlag, als eine seiner Töchter bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.
Seinen neuen Job beginnt Fahey in turbulenten Zeiten für den im Würgegriff des Dopings liegenden Spitzensport. Richard Pound hat das Vermächtnis für seinen Nachfolger bereits vor ein paar Wochen umrissen. "Wer die WADA führt, muss ähnlich energisch und konfrontativ vorgehen wie ich."
Quelle: ard.de
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Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid
Gerangel um die Chef-Wahl
Beim sportpolitischen Gerangel um die Wahl eines neuen Präsidenten der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bahnt sich eine überraschende Wende an.
Der ehemalige französischen Hürdensprinter Guy Drut hat sich am Freitag unerwartet zur Kandidatur um die Nachfolge für den Kanadier Richard Pound bereiterklärt. "Ich wäre bereit, wenn es hilft, die Situation zu klären", sagte der Olympiasieger von 1976. Nach dem Rückzug seines Landsmanns Jean-Francois Lamour war der Australier John Fahey einziger, aber umstrittener Kandidat für die Wahl durch das WADA-Foundation-Board an diesem Samstag (17.11.07).
Der 56 Jahre alte Ex-Sportminister Drut ist offenbar am Freitag gebeten worden, für das Amt des obersten Doping-Bekämpfers zu kandidieren. "Es herrscht eine ziemliche Ratlosigkeit", kommentierte Thomas Bach, Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, den Überraschungscoup. Drut solle zunächst für sechs Monate als Übergangspräsident fungieren. Die Europäer haben zum einen erhebliche Zweifel an der Qualifikation von Fahey, zum anderen wollen sie das Sportspitzenamt mit einem eigenen Mann besetzen.
Keine weiße Weste
Allerdings hat die Biografie des Ex-Leichtathleten einen großen schwarzen Fleck. Wegen seiner Verstrickung in einer französischen Parteienspendenaffäre war er im Oktober 2005 zu 15 Monaten Haft auf Bewährung und 50.000 Euro verurteilt worden. Eine daraufhin vom IOC für sein Mitglied ausgesprochene Suspendierung wurde jedoch im Juni 2006 aufgehoben. Zugleich erhielt er aber eine Rüge und wurde für fünf Jahre von allen Führungspositionen ausgeschlossen.
Bei einer Zusammenkunft der Europäer am Donnerstagabend dürfte die Idee, Drut in den Ring zu schicken, bei einer lebhaften Debatte entstanden sein. Der scheidende Präsident Pound hatte dies erst am Freitagnachmittag vor der Diskussion um den neuen Welt-Anti-Doping-Code direkt von Drut erfahren. Zuvor hatte die WADA immer wieder betont, dass die Meldefrist für einen Kandidaten abgelaufen sei.
Diskussion um Kodex
Offen ist nun, wie das WADA-Foundation-Board entscheiden wird. Die Sportvertreter in dem Gremium - dies sind die Hälfte der 38 Mitglieder - wollen den Kandidaten unterstützen, der die Mehrheit der Regierungen erhält. Pound ist als Vertreter des Sports acht Jahre im Amt und wird am 31. Dezember gehen. In Schweigen hüllte sich der umstrittene Fahey selbst. "Ich werde am Samstag reden", sagte der 62-jährige Ex-Minister.
Unterdessen berieten die rund 1.500 Teilnehmer auf der dritten Welt-Anti-Doping-Konferenz über den neuen Kodex, der den seit vier Jahren existierenden am 1. Januar 2009 ablösen soll. In den letzten 18 Monaten wurden dafür gut 2.000 Änderungsvorschläge abgewogen und eingearbeitet.
Heftige Kritik übte dennoch Ulrich Feldhoff, Präsident des Kanu-Weltverbandes. Er bezeichnete die Erhöhung der Sperre von zwei auf vier Jahre für schwerwiegende Doping-Verstöße als "faulen Kompromiss". Es sei nicht ausreichend definiert, was "schwerwiegend" bedeute. "Das ist zu schwach. Man hätte klarer formulieren sollen. Wer harte Drogen nimmt, wird vier Jahre gesperrt", meinte Feldhoff.
Konferenz endet am Samstag
Die Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid endet am Samstag. Im Anschluss wählt das WADA-Exekutivkomitee den Nachfolger von Richard Pound. Einziger Kandidat ist der Australier John Fahey. Die größte Herausforderung für die WADA in Zukunft ist nach Pounds Meinung, im Kampf gegen Doping nicht nachzulassen. "Es ist einfacher für eine junge Organisation, mit Enthusiasmus zu beginnen und zu sehen, wie sich etwas entwickelt", sagt er. "Nun müssen wir es besser machen: Bessere Tests, bessere Erziehung, bessere Untersuchungen."
Quelle: ard.de
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Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid
Einstimmig für härtere Strafen
Der neue Welt-Anti-Doping-Code ist am Samstag (17.11.07) in Madrid einstimmmig vom Foundation Board der Welt-Anti-Dopingagentur WADA verabschiedet worden.
Er soll das Fundament zur Bekämpfung der verbotenen Leistungsmanipulation im Sport sein. "Der Code ist strenger, aber fair und schickt die Botschaft, dass wir den Kampf intensiver fortführen", resümierte Richard Pound, scheidender Präsident der WADA, zum Abschluss der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sagte über den Code: "Er ist ein Meilenstein."
Wesentliche Änderungen im Vergleich zu dem seit Januar 2004 gültigen Code sind die Erhöhung der Sperre von zwei auf vier Jahre für schwerwiegende Doping-Vergehen, flexiblere Sanktionsmöglichkeiten im Einzelfall und eine erweiterte Kronzeugenregelung.
Eine positive A-Probe hat ab 2009 grundsätzlich die sofortige Suspendierung zur Folge. Die Öffnung der B-Probe - falls beantragt - muss spätestens sieben Tage später erfolgt sein.
Ab 2009 verbindlich
Die Resolution verpflichtet alle Organisationen des Sports, ihre Statuten bis spätestens 1. Januar 2009 dem neuen Code anzugleichen. Gleichzeitig werden alle Regierungen aufgerufen, bis zum gleichen Zeitpunkt die UNESCO-Konvention gegen Doping zu unterzeichnen und damit den Code als universell verbindlich anzuerkennen.
Weltmeisterschaften und andere Großereignisse sollen ab 2009 "in aller Regel" nicht mehr in Länder vergeben werden, die den Code nicht akzeptiert haben - Ausnahmen bleiben aber möglich.
Europa will Präsidentenwahl verschieben
Nach dem Wirrwarr in den Tagen vor der Wahl eines neuen WADA-Präsidenten offenbarten die Europäer ihre Strategie. Sie wollten einen Aufschub der Wahl vorschlagen. "Es ist eine Chance, um aus dem Dilemma herauszukommen", sagte Christoph Bergner, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium.
Nachdem der von Europa nominierte Franzose Jean-Francois Lamour seine Kandidatur zurückgezogen hatte, blieb nur der Australier John Fahey als Anwärter auf den WADA-Vorsitz. Der Ex-Minister wird jedoch von Europa abgelehnt. Wenn die Europäer sich mit dem Vorschlag, die Wahl aufzuschieben, durchsetzen, müsste Pound nach den Regeln der WADA für ein weiteres halbes Jahr im Amt bleiben. Der 65-Jährige hat jedoch deutlich gemacht, dazu nicht gewillt zu sein.
Für großen Aufruhr hatte am Freitag (16.11.07) die Bereitschaft des französischen Hürdensprint-Olympiasiegers von 1976, Guy Drut, gesorgt, ebenfalls als Präsidentschafts-Kandidat zur Verfügung zu stehen.
Quelle: ard.de
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Welt-Anti-Doping-Konferenz: Blamage für Europäer
Fahey ist der neue Chef
Der Australier John Fahey ist am Samstag (17.11.07) in Madrid zum neuen Präsidenten der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gewählt worden.
Der 62 Jahre alte ehemalige Finanzminister tritt die Nachfolge von Richard Pound an, dessen achtjährige Amtszeit am 31. Dezember 2007 endet.
Die Abstimmung im WADA-Exekutivrat wurde zu einer riesigen Blamage für die europäische Sportpolitik. Das Gremium entschied sich mit 32 Stimmen bei vier Enthaltungen für Fahey, der einziger verbliebener Kandidat der Politik war, die satzungsgemäß im Wechsel mit dem Sport den Vorsitzenden stellen soll. Beide Seiten stellen 18 Board-Mitglieder. Alle anderen Kontinente waren für Fahey.
Antrag auf Vertagung abgelehnt
Vorausgegangen waren vergebliche Versuche der fünf europäischen Regierungsvertreter, darunter auch Deutschland, nach dem überraschenden Verzicht des Franzosen Jean-Francois Lamour die Wahl Faheys noch zu verhindern. Die Nominierungsfrist war am 20. September 2007 abgelaufen. Ein Antrag auf Vertagung der Wahl bis Mai wurde jedoch abgelehnt.
Quelle: ard.de
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Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid
Einstimmig für härtere Strafen
Der neue Welt-Anti-Doping-Code ist am Samstag (17.11.07) in Madrid einstimmmig vom Foundation Board der Welt-Anti-Dopingagentur WADA verabschiedet worden.
Er soll das Fundament zur Bekämpfung der verbotenen Leistungsmanipulation im Sport sein. "Der Code ist strenger, aber fair und schickt die Botschaft, dass wir den Kampf intensiver fortführen", resümierte Richard Pound, scheidender Präsident der WADA, zum Abschluss der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sagte über den Code: "Er ist ein Meilenstein."
Bis zu vier Jahren Sperre
Wesentliche Änderungen im Vergleich zu dem seit Januar 2004 gültigen Code sind die Erhöhung der Sperre von zwei auf vier Jahre für schwerwiegende Doping-Vergehen, flexiblere Sanktionsmöglichkeiten im Einzelfall und eine erweiterte Kronzeugenregelung. Eine positive A-Probe hat ab 2009 grundsätzlich die sofortige Suspendierung zur Folge. Die Öffnung der B-Probe - falls beantragt - muss spätestens sieben Tage später erfolgt sein. Drei "missed tests " innerhalb von 18 Monaten sollen künftig mit einer Sperre von ein bis zwei Jahren geahndet werden, statt bisher von nur drei Monaten.
Ein-Stunden-Regel wird neu beraten
An eine Expertengruppe zurückverwiesen wurde dabei die umstrittene Ein-Stunden-Regel, wonach Athleten nur für 60 Minuten pro Tag für Dopingtests zur Verfügung hätten stehen müssen. Ein neuer Vorschlag soll bis Mai erarbeitet werden. Gleiches gilt für die Eindämmung von medizinischen Ausnahmegenehmigungen etwa für "Asthma-Patienten". Überprüft werden soll auch nochmals die neue Regel, wonach gesperrte Athleten nicht weiter am Mannschaftstraining teilnehmen dürfen. Die von der FIFA angeführten Ballsport-Weltverbände hatten dies als "nicht akzeptabel" bezeichnet.
Ab 2009 verbindlich
Die Resolution verpflichtet alle Organisationen des Sports, ihre Statuten bis spätestens 1. Januar 2009 dem neuen Code anzugleichen. Gleichzeitig werden alle Regierungen aufgerufen, bis zum gleichen Zeitpunkt die UNESCO -Konvention gegen Doping zu unterzeichnen und damit den Code als universell verbindlich anzuerkennen.
Weltmeisterschaften und andere Großereignisse sollen ab 2009 "in aller Regel" nicht mehr in Länder vergeben werden, die den Code nicht akzeptiert haben - Ausnahmen bleiben aber möglich.
Quelle: ard.de
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IAAF bestätigt Dopingsperre
Jones muss WM-Medaillen abgeben
Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat die zweijährige Dopingsperre gegen US-Sprinterin Marion Jones bestätigt und ihre sieben WM-Medaillen aberkannt.
Der Verband folgte damit dem Urteil der nationalen Anti-Doping-Agentur der USA und empfahl dem Internationalen Olympischen Komitee ( IOC) zudem, dem inzwischen zurückgetretenen US-Leichtathletikstar ihre bei Olympischen Spielen gewonnenen Medaillen abzuerkennen. Die Sperre beginnt rückwirkend zum 8. Oktober.
Auch Staffelmedaillen sollen annulliert werden
Der Weltverband annulierte außerdem alle Resultate der Staffeln, in denen Jones lief. Infolge dessen sollen nach dem Willen der IAAF auch Jones Staffelkolleginnen ihre bei den Olympischen Spielen in Sydney gewonnenen Medaillen über 4x400 Meter (Gold) und 4x100 Meter (Bronze) zurückgeben. Die Entscheidung darüber muss jedoch das IOC fällen.
Die 31-Jährige hatte Anfang Oktober Doping mit dem Steroid Tetrahydrogestrinon ( THG) von September 2000 bis Juli 2001 gestanden und war anschließend zurückgetreten. Wenige Tage später gab sie ihre in Sydney gewonnenen fünf Olympiamedaillen zurück. Die Nationale Anti-Doping-Agentur der USA erkannte ihr alle Wettkampfergebnisse ab dem 1. September 2000 ab und sperrte sie trotz ihres Rücktritts für zwei Jahre.
Quelle: ard.de
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Weibel soll von Epo-Doping gewusst haben
Sinkewitz belastet Ex-Bundestrainer
Radsport-Kronzeuge Patrik Sinkewitz hat den ehemaligen Bundestrainer Peter Weibel schwer belastet und Epo-Doping bereits für das Jahr 2000 zugegeben. "Ich habe mich 2000 erstmals mit Doping befasst", sagte Sinkewitz in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (24.11.07).
Vor der Weltmeisterschaft im französischen Plouay habe er sich bei Weibel über Epo erkundigt. Dieser habe ihm das Blutdopingmittel zwar nicht direkt empfohlen. "Aber er hat auch nicht abgeraten", sagte der 27-Jährige.
"Alles unwahr", sagte der schwer kranke Weibel (57), der vor drei Wochen seinen dritten Herzinfarkt erlitt, und kündigte Schritte gegen den ehemaligen T-Mobile-Profi an. "Das lasse ich mir nicht gefallen. Ich werde mit meinem Anwalt entscheiden, wie ich dagegen vorgehe."
Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) habe von den Vorgängen im Jahr 2000 gewusst und ihn "geschützt", erklärte Sinkewitz. Der Fuldaer war vor sieben Jahren kurz vor der WM aus Frankreich abgereist. Der Verband hatte dies damals mit einer angeblichen Erkältung von Sinkewitz begründet. Ausschlaggebend für den Startverzicht waren nach Angaben des früheren T-Mobile -Fahrers jedoch zu hohe Blutwerte. "Weibel hat mir immer wieder in seinem Hotelzimmer den Hämatokritwert gemessen", sagte Sinkewitz.
"Du fährst besser nach Hause"
Da die Werte im Grenzbereich gelegen hätten, habe der Bundestrainer für eine Abreise plädiert. "Da hat er gemeint, ja dann fährst du wohl mal besser nach Hause", schilderte der des Testosteron-Dopings überführte Sinkewitz. Auch die ehemalige BDR-Präsidentin Sylvia Schenk hatte in der Vergangenheit die Version des Verbandes bestritten. Sinkewitz erklärte, das Epo habe er sich in der Apotheke besorgt und selbst gespritzt. Weibel habe ihm lediglich geraten, vorsichtig zu sein, ihn aber nicht davon abgehalten, unerlaubte Mittel zu nehmen. "Er hat sogar gesagt, wenn in Plouay alles gut läuft bei dir, gibt's nicht viele, die schneller fahren."
Was wusste der Verband?
Innerhalb des Verbandes habe sich niemand über das plötzliche Verschwinden der deutschen Medaillenhoffnung gewundert. Weibel war vom BDR-Präsidium Ende Mai suspendiert worden, nachdem ehemalige Athleten ihn und den inzwischen geständigen Verbandsarzt Georg Huber aus Freiburg des Dopings in den 80er und 90er Jahren beschuldigt hatten.
Sinkewitz, der am 16. November vom Sportgericht des BDR im Zuge der Kronzeugenregelung bis zum 17. Juli 2008 gesperrt wurde und eine Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro zahlen muss, fühlt sich vom Verband ungerecht behandelt. "Man kann nicht einmal den einen so behandeln und den nächsten ganz anders", sagte Sinkewitz. Andere Radsportler seien in der Vergangenheit besser weggekommen als er. "Die Strafe schreckt ab und torpediert die Kronzeugenregelung", sagte Sinkewitz, der sich nicht noch einmal als Kronzeuge zur Verfügung stellen würde. "Es geht an die Substanz, mit allem, was auch noch juristisch kommt, den Strafverfahren."
Sinkewitz plädiert für Amnestie und kritisiert Holczer
Der Hesse plädiert daher für eine Amnestie für Dopinggeständige. Er sei sich sicher, "dass dann viele andere reden würden". Positive Worte findet der 27-Jährige für den Manager des T-Mobile-Rennstalls, Bob Stapleton. "Das war keine Show nach außen, der Bob Stapleton will wirklich ein sauberes Team", sagte Sinkewitz über den Amerikaner, für dessen Team er 2006 und 2007 gefahren war. Kritik übt der Radprofi dagegen an Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer. "Ich persönlich glaube ihm kein Wort." Es sei nicht vorstellbar, dass Holczer von Doping auch in seinem Team nichts gewusst habe. Holczer kündigte in einem Gespräch mit dem Internetanbieter "Sport1.de" Reaktionen an. "Ich bin nicht erbost. Aber das wird geklärt werden."
Quelle: ard.de
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Vereinbarung zwischen Uni Freiburg und Dopingarzt Huber
Bock wird Gärtner
Der ehemalige Olympiaarzt Georg Huber hat im Mai dieses Jahres gestanden, von ihm betreute Athleten mit Dopingmitteln versorgt zu haben. Dennoch darf er weiter an der Uniklinik Freiburg wirken. Mehr noch: Huber wird hausintern sogar zum Dopingaufklärer ernannt.
Die Süddeutsche Zeitung dokumentiert in ihrer Ausgabe vom Dienstag (27.11.07) eine Vereinbarung zwischen Klinik und Arzt, in der die weitere Zusammenarbeit geregelt wird. Zwar wird Huber für den Bereich Sportmedizin suspendiert, sein Arbeitsverhältnis bleibt aber bestehen - zu gleichen Bedingungen. Wörtlich heißt es: "Die Parteien vereinbaren, dass die zukünftige Tätigkeit von Herrn Dr. Huber mit dem Auftrag verbunden sein wird, die Zusammenarbeit mit der ( ...) eingerichteten Untersuchungskommission an der Aufarbeitung der Vorgänge in der Sportmedizin mitzuwirken."
Huber vs. Franke
Für diese Arbeit werden Huber sogar "Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt". In seiner Funktion als Dopingaufklärer wird Huber dann auch auf Werner Franke treffen. Der Zellbiologe und Anti-Doping-Kämpfer gehört der Untersuchungskommission an, die die Dopingumtriebe in der Uniklinik beleuchten soll.
Vor dem Landgericht Freiburg einigten sich Huber und Franke am Dienstag (27.11.07) auf einen außergerichtlichen Vergleich. Franke will demnach zukünftig nicht mehr behaupten, Huber sei von der Uniklinik "rausgeschmissen" worden, weil er Nachwuchssportler mitgedopt habe. Gegen entsprechende Aussagen Frankeshatte Huber geklagt.
Dass Huber lediglich im Bereich Sportmedizin nicht mehr wirken darf, verdankt er einer überraschenden Feststellung, die ebenfalls in der Vereinbarung festgehalten ist. Zwar habe er die Radprofis Jörg Müller und Christian Henn (heute Sortlicher Leiter beim Team Gerolsteiner) das auf der Dopingliste stehende Mittel Andriol verabreicht, "er verabreichte dies jedoch nicht zu Dopingzwecken, sondern um die nach damaliger sportmedizinischer Ansicht vorhandene medizinische Dysbalance auszugleichen." Was sich hinter dem Begriff "medizinische Dysbalance" verbirgt ist allerdings unklar.
"Testosteron nicht leistungssteigernd"
Ganz klar scheint in Freiburg allerdings zu sein, dass "Testosteron keine leistungsteigernde Wirkung zukommt". So jedenfalls steht es ebenfalls in der Vereinbarung, die von Huber, dessen Anwalt Thomas Schneider sowie dem Leitenden Ärztlichen Direktor der Uniklinik Freiburg, Georg Brandis und dem Kaufmännischen Direktor Frank Wertheimer unterschrieben wurde. Berufen wird sich bei dieser überraschenden Feststellung auf klinische Studien, die das bestätigten. Das ist nicht grundsätzlich falsch, aber eben auch nicht pauschal richtig. Die leistungssteigernde Wirkung hänge von der "Dosis und auch vom Geschlecht (bei Frauen wirksamer) ab", zitiert die Süddeutsche Zeitung Hans-Herrmann Dickhuth. Der ist Chef der Sportmedizin in Freiburg.
Quelle: ard.de
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Treffen mit WADA-Chef
Ex-Balco-Chef will Dopingsünder nennen
"Man sollte berücksichtigen, was ich zu sagen habe, bevor man die Olympiamedaillen von Marion Jones neu vergibt", sagt Victor Conte. Der Mann muss es wissen. Er war der Begründer des Dopinglabors Balco.
Victor Conte will nun auspacken. Bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Richard Pound, will der Amerikaner am Mittwoch (12.12.2007) in New York detaillierte Informationen "über zügelloses Doping im Spitzensport" präsentieren.
Britische und US-Medien zitieren am Dienstag aus einer entsprechenden E-Mail des Balco-Gründers, der wegen Verbreitung von Dopingmitteln schon vier Monate im Gefängnis gesessen hat. Zu Contes prominentesten "Kunden" hatten die US-Sprinter und geständigen Doping-Betrüger Tim Montgomery und Marion Jones gezählt.
Conte hat angeblich vor, Pound sein "spezielles Wissen über frühere und aktuelle olympische Spitzenathleten, Trainer und Lieferanten, die weltweit in Dopingaffären verstrickt waren", preiszugeben. Außerdem will er enthüllen, wie Dopingtests "leicht umgangen" werden können.
Der Kanadier Pound amtiert noch bis Ende des Jahres als WADA-Chef; sein Nachfolger ist der Australier John Fahey.
Conte stand als Drahtzieher der Balco-Affäre im Mittelpunkt eines der größten Dopingskandale im Sport. Wenn er der WADA nicht nur Namen nennt, sondern auch Beweise und Dokumente vorlegt, könnte das dem Kampf gegen Doping Auftrieb geben.
Die Exekutive des Internationalen Olympische Komitee (IOC) hat auf ihrer Sitzung in Lausanne weitere Entscheidungen im Fall Marion Jones auch deshalb vertagt, weil die Disziplinarkommission noch Einblick in weitere Balco-Unterlagen nehmen will.
Quelle: ard.de
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Ex-Balco-Chef rudert zurück
Conte nennt doch keine Namen
Victor Conte hat es sich anders überlegt. Der Ex-Chef des kalifornischen Labors Balco will doch nicht sagen, welche Sportler bei Olympischen Spielen gedopt waren.
Der US-Amerikaner erklärte, er habe auch während des Zusammentreffens mit dem Präsidenten der Welt-Anti-Doping-Agentur, Dick Pound, keine Namen preisgegeben. "Es wurde fälschlicherweise berichtet, dass ich Namen nennen würde, aber das war nie meine Absicht", erklärte Conte.
Conte, der nach dem Skandal um sein Labor wegen Dopinghandels zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war, meinte: "Ohne Namen zu nennen, habe ich genaue Informationen zur Verfügung gestellt, wie gedopte Athleten auf der ganzen Welt ganz einfach die bestehenden Anti-Doping-Bestimmungen umgehen."
Stars mit Doping versorgt
Vor seinem Treffen mit Pound war Conte anders zitiert worden: "Man sollte berücksichtigen, was ich zu sagen habe, bevor man die Olympiamedaillen von Marion Jones neu vergibt." Mit seiner Firma Balco versorgte er einst Sportstars wie die von ihm namentlich belastete Sprinterin Jones (USA) mit Dopingmitteln. Die IOC-Exekutive erkannte ihr die bereits zurückgegebenen drei Gold- und zwei Bronzemedaillen von Sydney offiziell ab. Über eine Neuvergabe soll allerdings erst entschieden werden, wenn weitere Informationen zum Balco -Skandal vorliegen.
Quelle: ard.de
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Nach Dopingfall
IOC nimmt Jones alle Medaillen ab
Dopingsünderin Marion Jones ist ihre fünf Olympia-Medaillen von Sydney 2000 nun auch offiziell los. IOC-Präsident Jacques Rogge gab am Mittwoch (12.12.07) die Entscheidung bekannt, dem einstigen Star der US-Leichtathletik sämtliche gewonnenen Medaillen abzuerkennen. Außerdem kündigte das IOC an, die Jagd auf mögliche Dopingsünder im Zusammenhang mit der Balco-Affäre fortzusetzen.
Jones hatte bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney dreimal Gold über 100, 200 und 4x400 m sowie zweimal Bronze über 4x100 m und im Weitsprung gewonnen. Jones wurde auch als Weitsprung-Fünfte in Athen 2004 disqualifiziert. Die Exekutive folgte dabei dem Vorschlag der Disziplinarkommission unter Vorsitz von IOC-Vize Thomas Bach.
Vor einer möglichen Neuvergabe der Medaillen soll erst abgewartet werden, ob weitere Athletinnen in den Skandal um das kalifornische Labor Balco, zu dessen Klienten Jones zählte, verwickelt waren. Der ehemalige Balco-Leiter Victor Conte wollte sich bereits am Mittwoch mit dem Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, Dick Pound treffen, um neue Namen zu nennen. Auch das US-Justizministerium wurde vom IOC um Unterstützung gebeten. "Man sollte berücksichtigen, was ich zu sagen habe", hatte Conte angekündigt, der nach einem umfassenden Geständnis vier Monate Haft abgesessen hat.
Thanou weiter verdächtigt
Besondere Vorbehalte gibt es in der IOC-Führung gegen die Ausrufung von Ekaterini Thanou zur Olympiasiegerin. Die Griechin, die in Sydney über 100 m Platz zwei hinter Jones belegt hatte, war wegen Verweigerung einer Dopingprobe von den Spielen 2004 in Athen ausgeschlossen und später zwei Jahre gesperrt worden. Thanou wird wie ihr Landsmann Kostas Kenteris verdächtigt, über ihren Trainer Christos Tzekos mit Balco Kontakt gehaben zu haben.
Die von Conte schon frühzeitig beschuldigte 32-jährige Jones hatte nach langem Leugnen erst am 05.10.07 gestanden, von Anfang September 2000 bis Juli 2001 gedopt zu haben. Der Weltverband IAAF erkannte ihr am 23.11.07 alle Wettkampfergebnisse seit September 2000 ab und sperrte sie trotz ihres Rücktritts für zwei Jahre. Die als wahrscheinlich geltende Disqualifikation der beiden US-Staffeln wurde aus juristischen Gründen vertagt. Sie kann erst erfolgen, wenn das Olympische Komitee der USA (USOC) zum Fall der betroffenen sechs anderen Staffelläuferinnen von der Disziplinarkommission gehört worden ist. Das USOC hat jedoch bereits erklärt, man wolle die Medaillen zurückgeben.
Warten auf Gerichtsprozess
Der Verlust der Medaillen dürfte für die mittlerweile in zweiter Ehe mit Obadele Thompson, dem 100-m-Dritten von Sydney, verheiratete Jones allerdings nur das kleinere Übel sein. Denn darüber hinaus fordert die IAAF Preisgelder in Höhe von rund 700. 000 US-Dollar zurück, die US-Anti-Doping-Agentur USADA verurteilte sie zur Rückzahlung von 100.000 Dollar, obwohl sich das ehemalige Dreamgirl schon im Sommer für pleite erklärt hat. Der in Austin/Texas lebenden Jones droht zudem wegen mehrmaligen Meineids vor US-Ermittlern zu ihrer Dopingvergangenheit eine Gefängnisstrafe oder zumindest eine weitere Geldstrafe. Am 11.01.08 muss sie sich vor Gericht verantworten.
Quelle: ard.de
Kampfrolli
Dopinglabor-Chef Conte kneift
San Francisco - Victor Conte, der ehemalige Chef des kalifornischen Skandallabors BALCO, will doch keine Namen von Dopingsündern bei Olympia nennen.
Victor Conte war jahrelang Chef des Skandal-Labors BALCO
Vorschau Victor Conte war jahrelang Chef des Skandal-Labors BALCO
Der US-Amerikaner erklärte, er habe auch während des Zusammentreffens mit dem Präsidenten der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Dick Pound, keine Namen preisgegeben.
"Es wurde fälschlicherweise berichtet, dass ich Namen nennen würde, aber das war nie meine Absicht", schrieb Conte in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur "Reuters".
Conte, der nach dem Skandal um sein Labor wegen Dopinghandels zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war, meinte: "Ohne Namen zu nennen, habe ich genaue Informationen zur Verfügung gestellt, wie gedopte Athleten auf der ganzen Welt ganz einfach die bestehenden Anti-Doping-Bestimmungen umgehen."
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Jones mit Dopingmitteln versorgt
Vor seinem Treffen mit Pound war Conte von "Reuters" so zitiert worden: "Man sollte berücksichtigen, was ich zu sagen habe, bevor man die Olympia-Medaillen von Marion Jones neu vergibt."
Mit seiner Firma Balco versorgte er einst Sportstars wie die von ihm namentlich belastete Sprinterin Jones (USA) mit Dopingmitteln.
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Thanou der Streitpunkt
Die IOC-Exekutive erkannte ihr die bereits zurückgegebenen drei Gold- und zwei Bronzemedaillen von Sydney offiziell ab. Über eine Neuvergabe soll allerdings erst entschieden werden, wenn weitere Informationen zum Balco-Skandal vorliegen.
Im Speziellen geht es um die Griechin Ekaterini Thanou, die 100-m-Zweite war, aber nach mehreren verpassten Kontrollen nach dem Ausschluss von Olympia 2004 in Athen wie Landsmann Kostas Kenteris, 200-m-Olympiasieger von Sydney, zwei Jahre gesperrt worden war.
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Kampfrolli
IOC nimmt Jones Olympia-Medaillen
Lausanne - Nach der endgültigen Vertreibung von Marion Jones aus dem Olymp setzt das Internationale Olympische Komitee die Jagd auf weitere Dopingsünder fort.
Marion Jones gewann 2000 in Sydney drei Gold- und zwei Bronze-Medaille
Vorschau Marion Jones gewann 2000 in Sydney drei Gold- und zwei Bronze-Medaille
Im Visier sind Sportler, die wie der einstige Star der US-Leichtathletik Klienten des kalifornischen Balco-Labors waren.
Dessen ehemaliger Leiter Victor Conte wollte sich bereits am Mittwoch mit dem Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, Dick Pound treffen, um neue Namen zu nennen.
Auch das US-Justizministerium wurde vom IOC um Unterstützung gebeten.
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Kampfrolli
Nachträglich disqualifiziert
IOC-Präsident Jacques Rogge gab am Mittwoch die Entscheidung bekannt, dem einstigen Star der US-Leichtathletik sämtliche 2000 in Sydney gewonnenen Medaillen abzuerkennen: dreimal Gold über 100, 200 und 4x400 m sowie zweimal Bronze über 4x100 m und im Weitsprung.
Sie wurde auch als Weitsprung-Fünfte in Athen 2004 disqualifiziert.
Die Exekutive folgte dabei dem Vorschlag der Disziplinarkommission unter Vorsitz von IOC-Vize Thomas Bach.
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Warten auf Conte
Vor einer möglichen Neuvergabe der Medaillen soll abgewartet werden, ob weitere Athletinnen in den Balco-Skandal verwickelt waren.
"Man sollte berücksichtigen, was ich zu sagen habe", hatte Conte angekündigt, der nach einem umfassenden Geständnis vier Monate Haft abgesessen hat.
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